Das Angehörigenvisum China (Q-Visum)

Im September 2013 wurde das Angehörigenvisum Untertyp Q eingeführt, um Familienmitgliedern den Zugang nach China zu erleichtern. Dieses Visum eignet sich dazu, Familienangehörige in China zu besuchen, die über die chinesische Staatsbürgerschaft verfügen (siehe Website). Die Beantragung eines Angehörigenvisums ist aber grundsätzlich nur dann sinnvoll, wenn Sie beabsichtigen, länger als 60 Tage in China zu bleiben. Die Erteilung eines Angehörigenvisum setzt eine Verwandtschaft ersten Grades zwischen Gast und Gastgeber voraus, d.h. es muss sich bei den Angehörigen, die Sie besuchen wollen, um ihre Eltern, Kinder, Geschwister oder deren Ehepartner handeln (hier mehr). Die Verwandtschaft muss anhand von Geburts- und/oder Heiratsurkunden belegt werden. Sie benötigen außerdem eine Privateinladung Ihres in China lebenden Angehörigen und müssen mindestens eine frühere Einreise nach China nachweisen können, um ein Angehörigenvisum ausgestellt zu bekommen.

Die Privateinladung muss Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und Ihren Aufenthaltszeitraum, sowie die vollständige Adresse und Telefonnummer Ihres Angehörigen enthalten (siehe Website). Ihr Gastgeber muss die Einladung unterschreiben und als chinesischer Staatsbürger Kopien der Vorder- und Rückseite seiner ID-Card hinzufügen. Die Einladung kann in China ausgestellt, eingescannt und per E-Mail (als Dateianhang) nach Deutschland gesendet werden, das Original muss nicht vorliegen. Die Einladung kann in Deutsch, Englisch oder Chinesisch verfasst werden. Die Privateinladung kann entweder für eine einfache Einreise von maximal 180 Tagen oder eine zweifache/ mehrfache Einreise mit Besuchen von jeweils maximal 90 Tagen Dauer ausgesprochen werden.

Die Beantragung einer zweifachen Einreise ist sinnvoll, wenn Sie beabsichtigen, China für den Besuch eines Nachbarlands oder Hongkongs kurzzeitig zu verlassen und danach erneut einreisen möchten.

Es wird unterschieden zwischen dem „kleinen“ Angehörigenvisum (Q2) und dem „großen“ Angehörigenvisum (Q1):

Das „kleine“ Angehörigenvisum wird für Aufenthalte von maximal 180 Tagen mit einmaliger, zweimaliger oder Mehrfacheinreise ausgestellt. Bei einmaliger Einreise beträgt Ihr Aufenthaltszeitraum maximal 180 Tage, bei zweimaliger Einreise oder Mehrfacheinreise jeweils maximal 90 Tage. Bei der Beantragung muss stets das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Gastgeber und Gast nachgewiesen werden.

Das „kleine“ Angehörigenvisum (Q2) berechtigt Sie ab Ausstellungstag 90 Tage lang zur Einreise nach China. Vom Tag der Einreise an gilt es für einen Aufenthalt von maximal 180 Tagen. Wurde das Visum für zwei Einreisen oder für Mehrfacheinreisen beantragt, gilt auch für alle weiteren Einreisen die Frist von 90 Tagen ab Ausstellungstag. Falls Sie Ihren China-Aufenthalt verlängern möchten, ist dies in der Regel bei der Polizei in China einmalig möglich. Ihr Visum kann dabei maximal um seine ursprüngliche Geltungsdauer verlängert werden, d.h. Visa mit einer Dauer von 180 Tagen können wiederrum um 180 Tage verlängert werden. Es handelt sich bei dieser Verlängerung jedoch um eine Ermessensentscheidung der chinesischen Polizei, auf die von Ihrer Seite kein Rechtsanspruch besteht.

Das „große“ Angehörigenvisum wird für einen ganzjährigen, permanenten Aufenthalt ausgestellt und ermöglicht Ihnen eine beliebige Anzahl von Ein- und Ausreisen innerhalb eines Jahres. Für Ihren Antrag benötigen Sie einen Nachweis des Verwandtschaftsverhältnisses zu Ihrem Gastgeber in Form von Kopien der Geburts- und/oder Heiratsurkunden. Das „große“ Angehörigenvisum muss innerhalb von 30 Tagen nach Ankunft in China bei der chinesischen Polizei in eine Aufenthaltsgenehmigung umgewandelt werden, welche bis zu drei Jahre umfasst und Ihnen jederzeit eine visumfreie Einreise nach China ermöglicht. Zur Beantragung der Aufenthaltsgenehmigung müssen Sie den vorangegangenen Visumeintrag in Ihrem Reisepass, Nachweise für das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Gastgeber, sowie gelegentlich auch ein Gesundheitszeugnis vorlegen. Die Geburts- und/oder Heiratsurkunden, die Ihre Verwandtschaft belegen, müssen für den Visumantrag in Deutschland nur in Kopie vorgewiesen werden. Um Ihr Visum in China in eine Aufenthaltsgenehmigung umwandeln zu können, müssen Sie die vorgenannten Unterlagen jedoch im Original oder als beglaubigte Kopien vorlegen. Chinesische Urkunden sind dabei im Original vorzulegen, deutsche Urkunden in den von den chinesischen Auslandsvertretungen beglaubigten Kopien.

Das „große“ Angehörigenvisum (Q1) berechtigt Sie ab Ausstellungstag 90 Tage lang zur Einreise nach China. Vom Tag der Einreise an gilt es zunächst für einen Aufenthalt von 30 Tagen; vor Ablauf muss bei der chinesischen Polizei ein Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis gestellt werden. Diese Aufenthaltserlaubnis ist mindestens ein Jahr und maximal drei Jahre gültig und ermöglicht Ihnen in diesem Zeitraum beliebig viele und beliebig lange Aufenthalte in China.

Zusammengefasst benötigen Sie zur Beantragung des Angehörigenvisums folgende Unterlagen:

– Ausgefüllter vierseitiger Visumsantrag (Formular V.2013)
– Farbiges Passfoto vor hellem Hintergrund, gedruckt auf Hochglanz-Fotopapier im Format 3,5 x 4,5 cm (Foto bitte auf den Antrag aufkleben)
– Reisepass mit mindestens 6 Monaten Gültigkeit und einer leeren Seite für das Visum bzw. zwei leeren Seiten im Falle von zwei Einreisen/ Mehrfacheinreisen
– Formal korrekte Privateinladung Ihres in China lebenden Angehörigen mit Name, Geburtsdatum & Aufenthaltszeitraum des Gastes, Name, Adresse, Telefonnummer
– Kopien des Reisepasses (erste Seite mit dem Foto & Seite mit dem Visum/der Aufenthaltserlaubnis) bzw. Kopien der Vorder- und Rückseite der ID-Card & Unterschrift des Gastgebers
– Für das „große“ Angehörigenvisum: Geburts- und/oder Heiratsurkunden, die das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Gast und Gastgeber belegen im Original oder als beglaubigte Kopien & ggf. Gesundheitszeugnis

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